Ein Rückblick — mit etwas Verspätung, aber besser spät als nie. 😅

Cartoon-Workshop LMU, Jérémie Kaiser

Am 22. und 23. Juni 2026 fand im Philologicum der Ludwig-Maximilians-Universität München die V. Studitagung der Romanistik unter dem Titel „Bilder lesen. Texte sehen“ statt. Zwei Tage lang standen Text-Bild-Beziehungen in den romanischen Sprachen, Literaturen und Kulturen im Mittelpunkt, mit Beiträgen, Diskussionen und praktischen Workshops. Für Studierende, die teilnahmen, konnten ECTS-Punkte erworben werden.

Ich durfte am zweiten Tag eine 90-minütige Comic-Werkstatt halten: „Hook, Aufbau, Pointe. Eine romanistische Comic-Werkstatt von Franquin bis Flix“.

Der Weg führte vom Ursprung des Comics (Text und Bild als älteste Erzählpartner der Menschheitsgeschichte) über die schwierige deutsche Comic-Rezeption der 1950er Jahre (der Comic galt hierzulande lange als „Volksseuche“) bis zur Rehabilitation durch Gudrun Penndorf, deren Astérix-Übersetzungen an der LMU begonnen wurden, und zu Flix, der heute über Cervantes, Spirou und einen brandneuen Lucky Luke die Brücke zur Romania schlägt. Anschließend ging es um die Mechanik des Gags: Setup, Beat, Pointe und wie das Skript den Strich schlägt.

Empfangen wurde ich sehr herzlich; für mich war es zugleich der erste Besuch im frisch sanierten Philologicum seit 2015.

Im praktischen Teil haben die Teilnehmenden ihre eigenen 3-Panel-Cartoons gezeichnet, allein oder in kleinen Gruppen. Am Ende hat jeder das eigene Werk vorgestellt. Es waren wunderbare, kluge und oft sehr komische Beiträge, persönlich und mutig. In einem Cartoon durfte ich sogar selbst die Hauptrolle spielen. 😄

Und das kalte Buffet danach hat den Nachmittag standesgemäß abgerundet.

Besonders gefreut habe ich mich über die positive Resonanz im Anschluss. In einem Auszug aus einem studentischen Reflexionsbericht, in den ich später Einblick erhielt, wurde hervorgehoben, dass Comics keineswegs bloße Illustrationen seien, sondern eigenständig Bedeutung erzeugten und deshalb einen festen Platz innerhalb der Romanistik (und in den Literaturwissenschaften generell) verdienten. Als besonders im Gedächtnis geblieben wurde ein Satz aus dem Workshop zitiert: „Skript schlägt Strich.“ Schöner hätte man die Kernbotschaft des 90-minütigen Workshops kaum zusammenfassen können. 😊

Ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam Lara Amann, Isabella Hülz und Svenja Böhme.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte! 🥳